Guck‘ ich auf Deutschland …

Mein Deutschland ist eines das sich wegduckt, sich schämt, nicht auffallen möchte. So habe ich es als Kind erlebt. Mein Deutschland orientierte sich an dem was der Nachbar von einem denken könnte. Ich war so lange ok wie ich „anständig“ war, und gepflegt. Sauber musste man sein, leise, nicht zu überschwänglich. Alles hatte im Rahmen zu bleiben.

Mein Deutschland war stolz auf das Erreichte. Den Garten mit Gemüse. Das Auto in der Garage. Die saubere Einfahrt. Die ordentlich sitzende Kleidung. Das tut man nicht, lag über allem wie ein Tarnumhang.

Aber, auf der Wiese im Garten durfte niemand spielen. Das Auto in der Garage war heiliger als der Mann am Kreuz in der Kirche. Die Kleidung zwickte und war viele Jahre vor meiner Geburt schon aus der Mode. Der Zweck heiligte die Mittel, Geschmack muss man sich leisten können. Aus Allem drang eine erstickende Piefigkeit. Kreativität bedeutet Auffallen, und das wurde streng vermieden.

Der Ausbruch aus dieser Welt derer die „den Krieg noch erlebt haben“ dauert immer noch an. Manchmal schmerzt er immer noch. Der Blick zurück zieht mir manchmal den Magen zusammen, aus Scham, Wut und auch aus Ekel. Vor allem wenn ich mich daran erinnere wie ich mich in diese Welt, in der ich nicht mal Gast war sondern Kostgänger, wie ich mich in diese Welt einpassen und anpassen und eindringen und unsichtbar werden wollte. Ekel, weil ich so sein wollte wie die Altvorderen.

Ist dann doch anders geworden. Aber das Deutschland von heute ist in vielen Details immer noch da. Und ich bin auch da, und ich habe eine Kamera …

Deutschland

Eine wachsende Bildergeschichte …

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